»Welt in Basel«, das legendäre Basler Sommertheaterfestival, ist verschwunden.
Das FigurenTheaterFestival lebt und hat sich entwickelt. Es kann die Welt nicht nach Basel holen,
aber den Blick öffnen, den Horizont erweitern und Grenzen überschreiten, nicht nur zwischen
Ländern und Sprachregionen, auch zwischen verschiedenen Kunstformen – und sich dabei auf
sieben verschiedene Veranstalter in Basel, Riehen und Saint-Louis stützen, erstmals auch auf das
Junge Theater Basel auf dem Kasernenareal.
Dieses Jahr sind Ensembles und Solokünstlerinnen und -künstler aus sechs Ländern eingeladen,
aus Russland, Spanien, den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und der Schweiz. Sie bringen
Stücke mit, die uns in Traumwelten entführen, uns zum Staunen und Nachdenken anregen, mitunter
auch zum Lachen.
Thalias Kompagnions zusammen mit dem Ensemble Kontraste aus Nürnberg zeigen ihre viel bejubelte Version von W.A. Mozarts „Zauberflöte“ für einen Sänger, zwei Puppenspieler und ein 8-köpfiges Kammerorchester. Das russische AKHE Theatre aus St. Petersburg lässt uns mit seinem legendären Bildertheater „White Cabin“ in obsessive Traumwelten eintauchen. Das Ensemble Materialtheater aus Stuttgart ist mit zwei Produktionen vertreten, „Passion der Schafe“, eine Auseinandersetzung mit dem christlichen Fundamentalismus, und „Ernesto Hase“, ein heutiges Märchen über Armut und Vertreibung. Aus den Niederlanden kommt das TAMTAM Objekttheater mit „Survival“ für Erwachsene und „Haben oder Nichthaben“ für ein gemischtes Publikum, beides Stücke ohne Worte. TAMTAM gibt es seit 30 Jahren und war noch nie in der Schweiz zu sehen. Aus Strasbourg erwarten wir das Tohu-Bohu Theater, das die Legende von Robin Hood auf elsässisch spielen wird, auch dies eine Schweizer Erstaufführung. Die Compagñía Tabolà Rassa aus Barcelona scheut sich nicht, die Molière-Komödie vom Geizigen mit sprechenden Wasserhahnen zu spielen und damit die Themen Geiz und Wasserknappheit zu verbinden. Die Schweizer Gruppe Roosaroos wagt es, im Rahmen des Festivals mit ihrer „Odyssee“ Première zu feiern. „Schwein, Weib und Gesang“ der Ostschweizerin Kathrin Bosshard macht den Auftakt zum Festival. Mit fünf weiteren Produktionen ist die Schweizer Szene dieses Jahr stark vertreten.
Auf dem Programm stehen 17 Produktionen mit 32 Aufführungen, darunter auch Vorstellungen für Schulklassen und die clownesken Openair-Darbietungen „Elefant walk“ und „CockTales“ der süddeutschen Gruppe PasParTouT. Olivier Benoit von Tàbola Rassa bietet für Theaterschaffende den Workshop „Animer un objet ...“ an. Helmut Pogerth leitet eine Gesprächsrunde mit Theaterschaffenden und nimmt interessierte FestivalbesucherInnen auf eine dramaturgische Kurzreise mit.
Mit Ihnen freue ich mich auf das Festival und bedanke mich bei allen, die es ermöglichen helfen.
Christian Schuppli, Künstlerischer Leiter



